Katze auf Tür

Im Gegensatz zu unserem Personal sehen wir unsere Wohnung ja mehr dreidimensional. Das heißt, die bewegen sich immer nur auf dem Fußboden in Richtung hierhin oder dorthin. Für uns gibt’s da ja noch ganz andere Möglichkeiten:



Die Tür ist ultimativ der höchste Punkt in der Wohnung, den wir erklimmen können. Abgesehen vom Schlafzimmerschrank, aber der steht strategisch ungünstig: von dort hat man keinen guten Überblick über die Bereiche der Wohnung, in denen sich das abendliche Leben abspielt, nämlich Küche und Wohnzimmer.

 

 

 

 

Videoüberwachung

Ich finde, man kann gar nicht vorsichtig genug sein mit dem Personal. Da man heute ja schon fast nehmen muss, was man kriegen kann - Sie wissen ja: gutes Personal ist fast unauffindbar - müssen alle möglichen Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden, um sicher zu stellen, dass die Penunzen für das tägliche Whisky da sind. Dabei sind manchen von uns Arbeitsrechtsvorschriften und sogar die Menschenrechte piepegal. Und - ganz unter uns - es ist auch lustig, dem Personal zuzusehen, wenn es sich in der Nase bohrt, oder?

Posen und Nichtposen

Ich meine, man sieht schon deutlich, wer von uns beiden die Dame ist und wer der Kerl. Während ich bei meinem neuen Halstuch darauf achte, dass es richtig sitzt, mir noch dazu ein passendes Accessoire suche und mich in Pose lege, ist ihm das alles vollkommen egal: das Halstuch verrutscht, sich selber hässlich gemacht mit den angelegten Ohren, Krallen zeigen und mich ärgern. Typisch Clyde. Möchte man sagen. Ist aber nicht so. Der Pechvogel wird halt oft in solchen Situationen erwischt. Eigentlich ist er ja so’n ganz Ruhiger und Lieber, der sich im Gegensatz zu mir auch mal so auf den Arm nehmen lässt. Ich lasse mir das nur gefallen, wenn ich das selbst will. Ganz die werdende Diva? Mal sehen. Diese Halstücher sind übrigens dazu da, dass wir uns dran gewöhnen, da was zu haben, sagt das Personal. Weil wir später, wenn wir raus dürfen, wohl Zeckenhalsbänder tragen sollen.

April, April!

Der erste Schnee, den wir so richtig mitbekommen haben. Wir hätten ihn ja gern gejagt, aber leider mussten wir drin bleiben. Trotzdem haben wir versucht, ein paar von den Flocken zu fangen, aber: da war die dumme Fensterscheibe dazwischen.

Schlafen ist soooo schön…

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Seit jeder von uns seine eigene Liegemulde an der Heizung hat, liegen wir sehr gerne drin rum. Vorher gab’s immer Stress, wer sich drin lümmeln darf und das war nicht grade entspannt. Jetzt haben wir jeder unsere eigene und das genießen wir ausgiebig. Wie man sieht….

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Groß und stark wollen wir werden

So wie manche Menschen, wenn sie klein sind, Multisanostol oder im schlimmeren Fall Lebertran verabreicht bekommen, kriegen wir hin und wieder Malz- oder Multivitaminpaste. Anfangs hat unsere Menschin das leckere Zeug uns unters Futter gemischt, aber als sie mitkriegte, wie wild wir darauf waren, kriegten wir es wie die Astronauten direkt aus der Tube:

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Das ist so lecker, dass man auf alles andere verzichten könnte, aber leider sind unsere Dosenöffner darauf bedacht, dass wir uns ordentlich ernähren und das heißt: KAUEN. *Grrr* Aber immerhin gibt’s das Leckerli alle paar Tage mal und wenn, dann muss man die Tube schon festhalten, damit man seine Ration auch wirklich abkriegt…

Weihnachten, Silvester, Neujahr 2008

Für uns Katzen sind die Menschenjahre ja recht bedeutungslos und eigentlich verstehen wir überhaupt nicht, was diese Knallerei an Silvester mitten in der Nacht soll. Für uns ist das nur nervig, weil laut und bestenfalls deshalb positiv, weil unsere Dosenöffner ziemlich lange aufgeblieben sind und wir deshalb auch lange bei Licht toben konnten. “Silvester” nennen sie also diesen Abend, den wir jetzt zum ersten Mal mitbekommen haben. Warum wir richtig leckeres Fressen bekommen haben mit einer Portion Katzenmilch als Dessert haben wir schnell erkannt: Die Zwei hatten sich jede Menge Fisch und Meeresfrüchte gejagt und wollten alles ganz alleine essen. Ohne uns was abzugeben. Was echt Folter war. Das Fischzeug hat sooo gut gerochen. Clyde hat auch versucht, ein Töpfchen mit Thunfischcrème vom Tisch zu stehlen, aber der Dosenöfner hat’s gemerkt und da gab’s ziemlich Schimpfe. Naja, Clyde war auch ein bisschen zu dumm und zu gierig. Wie so oft: Er konnte es einfach nicht aushalten und ist dreimal in fünf Minuten auf den Esstisch geklettert. Da war die Aufmerksamkeit natürlich erhöht und der Coup musste zwangsläufig in die Hose gehen. Von der Thunfischcrème haben wir dann an Neujahr was abgekriegt.

Überhaupt war die ganze letzte Woche ganz schön spannend: Am 1. Weihnachtsfeiertag hat unsere Dosenöffnerin uns geschnappt und mal wieder in diese Kiste gesperrt, in die wir immer rein müssen, wenn’s zum Doktor geht. Aber statt ins Auto (der Dosenöffner war eh nicht da) fuhren wir mit so nem ratternden, zischenden Dings, das die Dosenöffnerin “Uuuuubahn” nannte zu einem großen, lauten Ort mit sehr vielen Menschen und sehr wenig Katzen. Da stieg sie nochmal in so ein Ratterzischding und wir mussten geschlagene dreieinhalb Stunden in der Kiste bleiben. Zum Glück hatten wir eiserne Rationen und Wasser mit, sonst wären wir sicher Hungers gestorben unterwegs.

Als wir dann wieder raus durften aus dem Zug, kam unser Dosenöffner und wir fuhren noch 10 Minuten mit dem Auto. Was dann kam, war großartig: Wir kamen zu einem großen Haus, in dem noch eine Menschin war. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, ist sie die Mutter von unserem Dosenöffner. Am Anfang haben sie uns gezeigt, wo unsere Toilette war und unsere Fressnäpfe und dann durften wir machen, was wir wollten.

Da gab es soviel zu erkunden und zu entdecken, dass wir gar nicht wussten wo wir anfangen sollten. Am spannendsten war der Baum, der im Wohnzimmer stand: da hingen ganz viele Spielzeuge für uns dran, die ganz bunt waren und toll glänzten. Die konnte man super als Punchingbälle benutzen und wenn einer runterfiel, ging man einfach zum nächsten und trainierte da weiter. Dann gab es noch so einen großen Glaskasten, in dem so komische Tiere drin rumschwammen. die hätten wir gerne mal näher untersucht, aber es war einfach nicht dran zu kommen: nicht von der Seite, nicht von vorn und auch nicht von oben. Grrr. Naja. Toll war auch dieses Ding auf dem man in dem Haus von ganz unten nach ganz oben gehen und sich zwischendrin die ganze Sache aus der Vogelperspektive betrachten konnte: Da waren die ganzen Menschen auf einmal kleiner als wir und wir hätten ihnen locker auf den Kopf spucken können. Aber leider können wir nur beim Niesen sprühen…

Am nächsten Tag war das Haus voller Dosenöffner: Ich glaube, das war der Bruder von unserem mit seiner Frau und seinen Töchtern. Die haben uns fast zu Tode gestreichelt, was uns trotzdem sehr gefallen hat. Warum die immer gelacht haben, wenn wir uns so hingelegt haben, dass sie uns auch überall streicheln konnten, haben wir nicht verstanden. Aber: Verstehe einer die Menschen.

Achja: In dem Haus war ein ganz anderer Boden als bei uns zu Hause. Ganz rauh und mit ganz viel Grip. Wir sind überhaupt nicht gerutscht und konnten durch die Räume sprinten und Haken schlagen wie noch nie. Das hat richtig Spaß gemacht. Nur wenn man vom Zimmer mit dem Baum in die Küche kam, musste man aufpassen: da war’s doch rutschig. Am Ende kannten wir uns ganz gut aus in dem großen Haus und es hieß, dass wir da bald wieder hinfahren. Vielleicht dürfen wir dann ja auch raus in den “Garten”. Jedenfalls hat die Dosenöffnermutter gesagt, dass eine anständige Katze in den “Garten” dürfen muss. Jetzt fragen wir uns natürlich beide, was das wohl ist, ein “Garten”? Noch ein zimmer in dem Haus vielleicht?

Wir sind gespannt.

Jetzt sind wir aber erstmal wieder zu Hause, wo es am schönsten ist, können wieder 16 Stunden am Tag schlafen, ohne dass irgendwer irgendwo an uns rumzuppelt und lassen uns von vorn bis hinten bedienen.

Schon cool, so’n Katzenleben als Bandit.

Das war vor 4 Wochen

Heute sind wir beide schon viel größer und schwerer. Der eine Dosenöffner nennt Clyde jetzt oft “Bollerköpfchen”. Aber das meint er nicht böse…

Wen interessiert Fußball?

Uns ist doch vollkommen egal, ob die Loser von der Frankfurter Eintracht grade ein Tor schießen oder nicht. Wir haben besseres zu tun: