Oh man, vielleicht gibt’s hier bald mal wieder was zu futtern! Schon seit gestern Abend sind plötzlich alle Futternäpfchen verschollen. Wo die wohl hingekommen sind? Meckern kann ich auch soviel ich will, es wird einem einfach nix hingestellt. Die Hungerfantasien die sich wärend der letzten Nacht bis in die frühen Morgenstunden verschärfen qüälen mich schon sehr. Mittlerweile verdächtige ich sogar meine Ersatzgeschwister Pünktchen und Wahoo des Diebstahls an Napf und Futter und revangiere mich mit kräftigen Pfotenhieben und unwilligem gefauche. Ikkie lässt sich nicht beeindrucken, die schläft den Schlaf der Gerechten und kommt mir deshalb nicht in die Quere. Um 8:30 Uhr klingelts an der Wohnungstür und während ich noch denke es sei der Postbote mit einem fetten Futterpaket von Zooplus unterm Arm, schnappen mich die Hände der Dosenöffnerin und schwubs sitze ich schon in der Transportkiste und werde in ein fremdes Auto verladen. Jetzt geht’s schon wieder zu diesem Medizinmann – kaum angekommen werde ich der Dosenöffnerin mitsamt der Transportkiste aus der Hand genommen und irgendwo hinter den Katakomben zum wiegen gebracht. Gesehen hab ich meinen Menschen danach nichtmehr, nur noch gehört- aber mein jammern hat sie nicht zu mir zurück gebracht.
So gegen 12.30 Uhr bekommt sie dann den elösenden Anruf – alles ist okay und die OP ist eigentlich gut verlaufen. Eigentlich!!! Nur war sie größer als erwartet. Der Tierarzt erzählt noch meine grausige OP-Geschichte. In meinem kleinen Körper hatten es sich schon 3 Babies bequem gemacht, die aber schon früh in der Entwicklung gestorben aber nicht abgegangen sind. Mein Körper war aber weiterhin auf “Schwanger” programmiert, daher könnte auch mein Heißhunger und damit mein Übergewicht kommen. Gut das all diese Dinge bei der bevorstehenden OP aufgefallen sind, sonst wäre ich noch an einer innerlichen Vergiftung gestorben.
Um 17.30 holt mich meine Dosi ab, ich bin noch immer total weggetreten! Der Doc und seine Assistensärztin erklären nochmals genauer was sie mit mir getan haben. Bauch rasieren, Ultraschall, Narkose, aufschneiden – staunen! Wo kommen denn die 3 toten Babies her? Größerer Schnitt, tiefere Narkose, Antibiotika, zunähen mit selbsauflösendem Faden, Einsprühen mit Silberspray … ich glaube die Reihenfolge stimmt nicht, aber das ist auch nicht so wichtig. Jetzt gehts ab nach Hause. Dort bekomme ich nen Platz im Bett (natürlich mit der Transportkiste) und mein Mäulchen wird mit Wasser benetzt. Die Nacht bleibt unruhig erst in den frühen Morgenstunden werde ich ruhiger. Gegen 8 Uhr am Morgen könnte ich ein halbes Pferd und ein Fass Senf verschlingen. 36 Stunden warte ich schon auf was essbares und jetzt ist es wohl soweit. Doch zuvor will die Dame des Hauses noch mein Gangbild überprüfen. Im Badezimmer öffnet sie das Türchen der Tranportbox und ich schwanke hinaus… wo ist denn nun mein Näpfchen? alle meine Gedanken drehen sich ums Fressen. Alle ihre Gedanken drehen sich aber ums Wassertrinken. Nach ca. einer Stunde hat sich mein Schwindelgefühl schon fast verabschiedet und endlich bekomme ich auch etwas zu futtern. Damit ist schon alles andere vergessen.
Es lebe der neue Tag!
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